Dorfgeschichte
Der Name Ersigen
Der Alemanne Ari-gis hat Ersigen um das Jahr 800 gegründet.
Ari-gis kommt von Aar (Adler), Ingen bedeutet Sippe und Gehöft.
Übersetzt hat deshalb Ersigen zur Alemannenzeit "Hof der Sippe des
Adlers" geheissen. Folgende weitere Schreibweisen von Ersigen sind
bekannt:
1113 Ergisingen 1334
Erxringen
1181 Ergesingen 1338 Ergsingen
1201 Hergesingen 1577 Ersingen
Der Name Ersigen hat seit dem 17. Jahrhundert Bestand.
Die Römer vom Murain
Bereits 600-700 Jahre vor der Sippschaft der Alemannen war
unser Dorf besiedelt. Auf dem Murain, nordwestlich vom Dorf gelegen,
wurden während dem Bau der Autobahn N1 die Überreste eines römischen
Gutshofes gefunden. Fundstücke aus dieser Ausgrabung sind im
Historischen Museum in Bern aufbewahrt.
Warum die Kirche nicht im Dorf blieb
Ersigen besitzt heute und besass auch früher nie eine Kirche.
Eine Sage erzählt aber, dass auf dem obgenannten Römerplatz im Murain
die Kirchberger Kirche hätte gebaut werden sollen. Die bereitgestellten
Steine und Balken wurden jedoch nachts von unsichtbarer Hand auf den
Kirchhügel von Kirchberg geschleppt. Deshalb wurde die Kirche in
Kirchberg an ihrem heutigen Standort erbaut. Der Ursprung dieser Sage
ist eindeutig auf die Römerruine Murain zurückzuführen.
Der erste schriftliche Nachweis von Ersigen
Während die Herren von Ersigen urkundlich schon seit 1112
bezeugt sind, finden wir den ersten schriftlichen Nachweis vom Dorf
erst in einer Urkunde vom 14. Januar 1265.
Wappen
Das Gemeindewappen finden wir zum erstenmal auf einem
Wachssiegel an einer Urkunde datiert auf den 05. Dezember 1351 von
einem Landverkauf in der Dorfmarch von Schoren bei Thun. Das amtlich
bestätigte, in Rot, Schwarz und Gold gehaltene Gemeindewappen, wird
offiziell seit dem 18. Jahrhundert gebraucht.
Thorberg kauft Ersigen
Im Jahr 1367 verkauft Johann von Sumiswald das Gebiet von
Ersigen und Rudswil mit "Leuten, Hofstatt, Twing und Bann" dem Ritter
Peter von Thorberg. Dieser für Ersigen bedeutende Verkauf ist auf einer
Urkunde vom 15. Mai 1367 festgehalten. Das ehrwürdige Dokument mit 14
Siegeln wird im Staatsarchiv Bern aufbewahrt.
Ortsteil Rudswil
Wie der Ortsname Ersigen stammt auch derjenige des Dorfteils
Rudswil aus der alemannischen Besiedlungszeit. Rudswil dürfte auf den
althochdeutschen Namen "Ruozo" zurückzuführen sein. Das Gebiet von
Rudswil ist später besiedelt worden als das von Ersigen. Die erste
Erwähnung, die auf einen möglichen Zusammenschluss zwischen Ersigen und
Rudswil hinweist, stammt aus dem Jahr 1329 "Rutzwile bi Ergsingen".
Lobärg
Der weitherum bekannte Aussichtspunkt "Lobärg" mit Fernsicht
auf Jura und Alpen war noch im 16. Jahrhundert von Gebüsch und Wald
überwachsen. Die Ersiger Lehenbesitzer durften den Hügel gemeinsam
nutzen. Sie holten sich dort Bau- und Brennholz und liessen ihre Kühe
und Schweine im Gebüsch und Wald weiden. Mit der Bevölkerungszunahme
wuchs der Bedarf an Acker- und Weidland. Nach mehreren Gesuchen an die
"gnädigen Herren von Bern" erhielten die Ersiger die Bewilligung, den
Lobärgwald zu roden. Heute wird auf dem Lobärg Landwirtschaft
betrieben, 1. August gefeiert und "g'Hornusset".
Buch "Ersigen-üses Dorf"
Die detaillierte Ersiger-Dorfgeschichte ist im Buch
"Ersigen-üses Dorf" wiedergegeben. Dieses ist leider seit anfangs 2010
vergriffen. Es ist eine Neuauflage für die Jubiläumsfeierlichkeiten im
Jahr 2015 geplant. In das vorgenannte Nachschlagewerk kann bei der
Gemeindeverwaltung Ersigen Einsicht genommen werden.
Bilder aus früheren Ersiger Zeiter
Die nachfolgenden Bilder wurden uns freundlicherweise zur Verfügung
gestellt.
Luftaufnahmen um 1970
Burgdorfstrasse/Flue/Lobärg
Gsteig/Flue/uf em Gumis
Zentrum
Schürgasse/Dorfstrasse